Jul 15

3D und kein Ende in Sicht

Tag: Technik
Natascha Golztsch (nataschagolitzsch[at]yahoo.de) @ 15. Juli 2010 um 16:24 Uhr

Der 3D-Boom ist ungebrochen. Ob Kinofilme, Fernseher, Computermonitore oder Spielkonsolen. Immer mehr Bereiche und immer mehr Geräte tragen das Siegel “3D“. Dabei scheint die Abkürzung, die für dreidimensional oder drei Dimensionen steht, auch gleichbedeutend mit Freizeit, Spaß und guter Laune zu sein. Denn anders als viele andere technische Entwicklungen, die oft aus der gewerblichen Verwendung in die Privathaushalte geschwappt sind, scheint 3D von Anfang an ein reines Endanwender-Phänomen zu sein.

Den Anfang machten die ersten, zaghaften Versuche von 3D-Filmen, die in Kinos mit speziellen Brillen betrachtet werden mussten. Besonders computeranimierte Filme machten hier zunächst eine gute Figur, da die Animatoren alles in 3D konstruieren konnten und so perfekte, künstliche Welten schaffen konnten. Die ersten 3D-Filme der klassischen Machart konnten hingegen nicht überzeugen. “My bloody Valentine” ließ zum Beispiel viele Zuschauer verärgert aus den Kinos gehen, war es doch nur ein schwacher Film, dem mit Hilfe des 3D-Labels mehr Aufmerksamkeit verpasst werden sollte. Aber auch Filme wie “Alice im Wunderland”, die ursprünglich in herkömmlichen Verfahren aufgenommen und dann nachträglich in 3D verwandelt wurden, hinterließen einen zweispältigen Eindruck. Wirkten die Kulissen doch teilweise wie hintereinander platzierte Wände beim Scherenschnitt. Erst “Avatar” gelang es mit seinem perfekten Mix aus Computeranimation und Realfilm einen echten Meilenstein in Sachen 3D zu setzen.

Doch an den Kinos macht 3D nicht halt. Der konsequente Schritt in die Heimkinos über 3D-Fernseher und entsprechende Abspielgeräte steht bereits an. Auf diesen Zug springen dann auch die moderen Spielkonsolen auf. Versprechen sie doch zukünftig ein räumliches Spielvergnügen, natürlich immer nur unter der Voraussetzung, dass der heimische Fernseher hier mitspielt. Einen Sonderfall in Sachen 3D stellt derzeit eine kleine, tragbare Konsole aus dem Hause Nintendo da, deren Bildschirm auch ohne spezielle Brille einen räumlichen Eindruck schafft. Bleibt also abzuwarten, ob der private Anwender nicht vielleicht sogar wartet, bis diese Technik im großen, also im Maßstab eines Fernsehers funktioniert, und 3D zu einer selbstverständlichen Alltagstechnik macht.

Natascha Golitzsch

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