Bereits seit längerer Zeit versuchen die Mobilfunkunternehmen die Kosten aus der Versteigerung der UMTS Lizenzen im Jahr 2000 wieder reinzuholen. Bisher gelang das noch nicht zufrieden stellend: die angebotenen Dienste und Produkte waren oft unausgereift oder überteuert oder insgesamt für den mobilen Nutzer einfach nicht interessant genug, als dass er bereit gewesen wäre, die nicht unerheblichen Tarifpreise dafür zu akzeptieren. Kurz nach der Jahrtausendwende war auch die überwiegend mangelhafte UMTS Netzabdeckung ein Grund dafür, dass UMTS im Mobilfunkmarkt zunächst kaum Fuß fassen konnte.
Doch die Situation ist dabei sich grundlegend zu ändern: Mit umfangreichen Werbekampagnen sichern sich die führenden Unternehmen im Mobilfunkbereich eine gute Ausgangsposition auf diesem Gebiet –der Löwenanteil des UMTS Geschäfts steht anscheinend aber noch aus. Die Technik ist unbestreitbar erwachsener geworden und bietet dem Anwender inzwischen ausgereifte Funktionen zusammen mit einem annehmbaren Bedienkomfort.
Die Netzabdeckung der für den künftigen Werdegang von UMTS entscheidenden Datendienste hat ebenfalls einen passablen Stand erreicht. Folgetechnologien wie HSDPA und HSUPA, die direkt auf UMTS aufsetzen, wird diese Entwicklung ergänzt und der Einsatz für den Verbraucher noch attraktiver gemacht.
Eine natürliche Konsequenz der verbesserten Technik und Verfügbarkeit: die Zahl der UMTS Anbieter steigt. Neben der E-Plus-Tochter Base, die sich bereits mit mehreren erfolgreichen Handy-Flatrate-Angeboten einen Namen gemacht hat, versuchen sich inzwischen auch kleinere Unternehmen im UMTS Datenbereich. Als Folge des zunehmenden Wettbewerbs machen Service Provider wie Talkline ihre Angebote durch attraktive Sonderkonditionen dem Endkunden schmackhaft.
Die Entwicklung ist inzwischen so weit gediehen, dass sich selbst die Festnetzsparte rund um DSL vor der neu aufkeimenden Konkurrenz aus dem Mobilfunkbereich fürchten muss. Die Investitionskosten in den Ausbau der Netz-Infrastruktur sind in vielen ländlichen Gebieten für Festnetzanbieter, die auf die Verlegung von Kabeln angewiesen sind, einfach zu hoch. Über UMTS können solche Menschen trotzdem mit Breitband-Internetanschlüssen versorgt werden. Und trotz hoher Kosten für den Ausbau ist die Bereitstellung von UMTS Infrastruktur für die Betreiber günstiger als die Neuverkabelung von verstreut gelegenen Grundstücken in ländlichen Gebieten.

