Dez 27

Die Wahl der Krankenversicherung bei Existenzgründung

Tag: Dienstleistungen,Krankenversicherung,Portale
27. Dezember 2011 um 18:06 Uhr

In den vergangenen Jahren haben viele Menschen in Deutschland den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Die Motivation zur Existenzgründung ist dabei sehr unterschiedlich. Während zahlreiche Menschen aus bestehenden Arbeitsverhältnissen eine Selbständigkeit realisieren, gibt es auch viele Gründer, welche aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Gründung durchführen. Daneben sind zusätzlich viele Absolventen bereit den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Der Unterschied zwischen diesen Gruppen liegt insbesondere in der finanziellen Ausstattung. Während die Gründer, welche aus bestehenden Arbeitsverhältnissen eine Selbständigkeit realisieren, üblicherweise noch ein existenzsicherndes Einkommen beziehen, sieht es bei den beiden anderen Gruppen deutlich schwieriger aus. Diese Gründer müssen in der Regel ihre Einnahmen-Ausgaben Situation sehr genau kalkulieren.

Identifikation der Kosten

Heute verfassen viele Existenzgründer einen detaillierten Businessplan. Dieser hat oftmals den Zweck eine Finanzierung für das Gründungsvorhaben durch Geldgeber zu erwirken. Bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus, ist das Erstellen eines Businessplans Grundvoraussetzung zum Erhalt des Gründerzuschusses von der Agentur für Arbeit. Wer einen solchen Businessplan erstellt, wird auch den dazu gehörigen Finanzplan erstellen. Hierbei wird deutlich, dass insbesondere der Finanzplan die finanzielle Tragfähigkeit des geplanten Geschäftsmodells offenbart.

Üblicherweise sind zu Beginn jeder Gründung die Einnahmen recht überschaubar, während jedoch bereits relevante Ausgaben bestehen. Eine Kostenreduzierung kann dann in erster Linie bei den Kosten der privaten Versorgung realisiert werden. Hierbei sind in der Regel die größten Kostenblöcke der kalkulatorische Unternehmerlohn und die Krankenversicherung. Gerade bei der Krankenversicherung haben Gründer die Möglichkeit zur Reduzierung der Kosten.

Die Wahl der Krankenversicherung

Existenzgründer gehören zu der Gruppe Menschen, welche nicht der Versicherungspflicht in der GKV unterliegen und sich damit freiwillig versichern können. Das bedeutet, dass sie die freie Wahl für eines der beiden Krankenversicherungssysteme haben.

Da es in der Gründungsphase oftmals gilt die Kosten zu reduzieren, ist die Suche nach einer günstigen Absicherung häufig das Ziel. Bei der Betrachtung der Absicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung fallen viele Gründer mit ihren Einnahmen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Für diese Gründer ist dann eine gesetzliche Absicherung ab etwa 300,- Euro möglich. Hinzu kommt noch der monatliche Beitrag zur Pflegeversicherung von etwa 70,- Euro. In diesem Beispiel wurde der Krankengeldanspruch (15,5%) berücksichtigt, da Selbständige auf diesen nicht verzichten sollten.

Selbständige welche nach der Beitragsbemessungsgrenze angesetzt werden, müssen mit ungleich höheren Kosten für die Krankenversicherung rechnen. Hierbei liegen die monatlichen Beiträge bei etwa 550,- Euro und zusätzlich kommen noch monatliche Beiträge zur Pflegeversicherung von etwa 70,- Euro hinzu. Die Beitragsbemessungsgrenze nach beitragspflichtigen Einnahmen liegt bei etwa 2.000 Euro. Bei einer erfolgreichen Gründung, müssen also Selbständige in der GKV mit diesen Kosten kalkulieren. Eine günstigere Absicherung in der gesetzlichen Versicherung ist noch möglich für Selbständige mit Gründerzuschuss von der Agentur für Arbeit. Hier liegen die Kosten bei etwa 200,- Euro, zzgl. dem Mindestbeitrag für die Pflegeversicherung von ca. 25,- Euro.

Die Alternative zur gesetzlichen Krankenkasse stellt die private Krankenversicherung dar. Eine Reihe von Gesellschaften hat sich auf die Absicherung von Existenzgründern spezialisiert und bietet dieser Zielgruppe eine günstige Absicherung an. Die Tarife werden oftmals als Einsteigertarife bezeichnet. Allerdings gibt es bei der Absicherung in solchen Tarifen einiges zu beachten. So sind diese Tarife zwar recht günstig aber oftmals ebenso leistungsschwach. Auch eine hohe Selbstbeteiligung kann ein Merkmal sein. Aufgrund der schwachen Leistung dieser Tarife, sind diese in erster Linie eher für junge und gesunde Menschen geeignet. Das bedeutet zugleich, dass dies nur eine temporäre Lösung sein kann und nach den ersten Jahren der Selbständigkeit höherwertigere Tarife gewählt werden sollten. Die monatlichen Kosten der Einsteigertarife liegen bei etwa 130 ,- Euro.

Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Arbeitskreis Krankenversicherungen unter http://private-krankenversicherung-beitragsvergleich.org/

Autor: Joshua Heid
E-Mail: j.heid{ät}arbeitskreis-krankenversicherungen.de

Schlagwörter: , , ,

Was meinen Sie dazu?