Viele Sportler greifen heutzutage auf ergogene Wirkstoffe zur Leistungssteigerung zurück und so findet man in der Sporttasche nicht mehr nur die Sport Bekleidung sondern auch spezielle Nahrungs-ergänzungsmittel für verschiedene Sportarten.
Unter ergogenen Wirkstoffen versteht man nach Biesalksi et al. diejenigen Nährstoffe und Nahrungsmittel, die einen potentiell leistungserzeugenden bzw. leistungsverbessernden Effekt beim Sportler hervorrufen. Ziele ihrer Anwendung sind die Vergrößerung der Energiereserven, die Erhöhung der Energieflussrate, die Vermehrung des Muskelgewebes und die schnellere Reparatur sportbedingter Zellschäden. Im Folgenden sollen nun einige ergogene Wirkstoffe, auch mit Hinblick auf den aktuellen Forschungsstand, näher erläutert werden:
Das L-Carnitin ist zu 98 Prozent in der Skelett- und Herzmuskulatur gespeichert und kann durch Fleisch- und Milchprodukte aufgenommen werden. Als Nahrungsergänzungsmittel kann es in Tablettenform substituiert werden. In der Theorie geht man davon aus, dass L-Carnitin die maximale Sauerstoffaufnahme und den Fettstoffwechsel verbessert, was erwünschte Effekte in den Ausdauersportarten sind. Außerdem erwartet man eine reduzierte Laktatproduktion bei maximaler Belastung. Die wissenschaftliche Datenlage hingegen bestätigt diese Effekte auf die Fettoxidation, die Glykogeneinsparung und das Laktatverhalten unter Belastung nicht. Es ist keine Leistungssteigerung oder erhöhte Sauerstoffaufnahme durch die Supplementation von L-Carnitin nachgewiesen.
Kreatin ist ein wichtiger Energielieferant, der primär für die ATP-Resynthese bei Belastungen von 20-30 Sekunden von Bedeutung ist. Empfohlen wird die Kreatinzufuhr von 1-2 g pro Tag durch die Nahrungsmittel Fisch und rotes Fleisch, der weitere Bedarf kann vom Körper in Eigenproduktion gedeckt werden. Spezielle Einnahmeprotokolle für die Supplementation, z.B. das sogenannte loading, bei dem man über einen gewissen Zeitraum hohe Mengen an Kreatin zu sich nimmt, können die Kreatinspeicher im Muskel vergrößern und damit Verbesserungen im Kraftbereich hervorrufen.
Ein weiteres Nahrungsergänzungsmittel sind die Proteinshakes, von denen man annimmt, dass sie eine Vergrößerung der Muskelmasse bewirken. Wissenschaftliche Studien haben dies bisher allerdings nicht bestätigt. Proteine helfen jedoch bei der schnelleren Regeneration der Muskeln nach dem Training, weshalb die Supplementation zeitnah zur Belastung erfolgen sollte. Der Proteinbedarf ist durch intensives Training erhöht und die Zufuhr kann durch die Nahrung oder mithilfe von Nahrungsergänzung geschehen. Sportler setzen dabei eher auf die Ergänzung, da im Gegensatz zur normalen Ernährung keine ungewollte Fettaufnahme stattfindet.

