Feb 08
Exchange Traded Funds (ETF) als Alternative
Wer sein Geld in Anlagefonds anlegt, sollte sich darüber Gedanken machen, welche Produkte die richtigen sind. Bevor nach konkreten Lösungen gesucht werden kann, muss entschieden werden, in welche Anlagekategorie das Geld investiert werden soll: Es gibt Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Immobilien und viele andere Möglichkeiten. Welche Anlageklasse die richtige ist, hängt in erster Linie von der Risikofreudigkeit und der Risikofähigkeit ab. Der Anlagehorizont spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Hat der Anleger die für ihn passende Risiko-/ Renditekonstellation gefunden, muss er entscheiden, ob er einen aktiven Anlagefonds oder ein passives Instrument einsetzen möchte. Ein aktiver Fonds ist in der Regel deutlich teurer und die Vergangenheit hat gezeigt, dass die wenigsten Aktivfonds ihren Referenzindex schlagen. Die totalen Gebühren übersteigen nicht selten die 2 Prozentmarke. Wer nicht nur Fonds seiner Hausbank einsetzen will, muss für Fremdprodukte bei den meisten Instituten einen Ausgabeaufschlag bezahlen. Berücksichtigt man den Zinseszinseffekt, fressen die Gesamtkosten schnell den Grossteil der Rendite auf. Als Alternative gibt es die sogenannten passiven Anlageinstrumente. Am beliebtesten sind die Exchange Traded Funds (ETF). Sie bilden einen Index eins zu eins nach und versuchen erst gar nicht, besser als ihr Referenzindex abzuschliessen. Dafür sind sie kosteneffizient: Die billigsten starten bereits bei Gebühren von 0.1 Prozent pro Jahr. Ein weiterer Vorteil von ETF liegt darin, dass sie hoch transparent sind. Der Anleger kann sich vom Referenzindex alle beliebigen Informationen beschaffen und weiss immer genau, in welche Anlagen er investiert ist. Der Investor hat immer die aktuellsten Informationen zu Kennzahlen wie Volatilität, Korrelationen etc.
Die Zahl von zugelassenen ETF steigt seit Jahren. Angefangen hat der Trend des passiven Investierens in den USA. Vor knapp 15 Jahren wurde dort der erste ETF lanciert. Heute gibt es weltweit über 1‘000 Produkte mit einem investierten Kapital von über 700 Mia. USD. Der Boom schwappte vor einigen Jahren nach Europa über. In der Schweiz waren es zuerst nur institutionelle Anleger wie Pensionskassen, die auf ETF setzten. Heute gibt es dutzende ETF, die an der Schweizer Börse zugelassen sind und auch der Privatanleger hat freien Zugang zu den neuen Anlageinstrumenten. Gehandelt werden sie genau gleich wie Aktien. Sie können während den Börsenzeiten gekauft und verkauft werden. Dank der hohen Transparenz kann ein fairer Preis garantiert werden. Auch wenn ETF in der Schweiz immer beliebter werden, machen sie trotzdem nur einen marginalen Anteil des investierten Kapitals aus. Dies hängt damit zusammen, dass die Produkte mit den tiefen Kosten selten aktiv vermarktet werden. Ganzseitige Zeitungsinserate und andere Werbekampagnen wie bei Hedge Funds oder strukturierten Produkten gibt es nicht. Der Grund: Die Produkte sind für die Anbieter und den Vertrieb zu wenig lukrativ. Die Margen und Provisionen sind zu tief.
Wer Kosten sparen will, muss sich selber informieren. Die wenigsten Berater oder Banken empfehlen die Produkte aktiv. Im Gegenteil: Sogar auf den Websites derjenigen Banken, die ETF anbieten, liest man nichts oder nur wenig über die hoch effizienten Produkte.










