Feb 10
Finanzberatung gegen Honorar
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, sich in der Schweiz zu Finanzthemen beraten zu lassen: Gratisberatung und Honorarberatung. Während bei einer kostenlosen Beratung der Berater von Produktanbietern und Banken bezahlt wird, sollte sich ein Honorarberater nur durch seine Kunden bezahlen lassen. Es ist klar, dass erst dann eine absolut neutrale Empfehlungsabgabe möglich ist. Wenn zusätzliche Einnahmequellen durch Provisionszahlungen bestehen, weiss der Kunde nie mit Sicherheit, dass Produkte nicht nur aufgrund von Rückvergütungen empfohlen werden. Viele hochwertige Finanzinstrumente wie beispielsweise ETF (Exchange Traded Funds) zahlen gar keine Provisionen und können bei einer Gratisberatung schon deswegen nicht berücksichtigt werden. Denn kein Berater arbeitet gratis. Hohe Provisionen reduzieren die Rendite, weil sie über die Verwaltungsgebühr des Finanzproduktes, welche der Kunde zu zahlen hat, finanziert werden. Kommt hinzu, dass viele Produkte in Bezug auf Gebühren nicht transparent sind. Kosten werden versteckt und üblicherweise direkt mit der Rendite des entsprechenden Finanzinstrumentes verrechnet. Bei den sogenannten strukturierten Produkten beispielsweise ist es nicht möglich, genau zu eruieren, wie hoch die Einnahmen des Herausgebers sind. Die hohen (versteckten) Kosten haben zur Folge, dass das Honorar eines Honorarberaters durch Kosteneinsparungen bei Produkten oftmals mehr als kompensiert wird.
Ist ein Honorarberater immer unabhängig?
In der Schweiz gibt es mittlerweile viele Honorarberater. Nur weil Kunden ein Honorar für die Beratung bezahlen müssen, ist aber nicht sichergestellt, dass alle Empfehlungen neutral sind. Es gibt auch Honorarberater, die ein Honorar kassieren und sich im Hintergrund trotzdem noch von Produktanbietern entschädigen lassen. Wer sicher sein will, dass der Berater neben dem Honorar des Kunden keine weiteren (versteckten) Einnahmequellen hat, sollte sich dies vor der Beratung schriftlich bestätigen lassen. Denn im schlimmsten Fall ist der Kunde sonst doppelt benachteiligt: Er gibt viel Geld aus für die Beratung und hat trotzdem (teure) Finanzprodukte im Depot, die hohe Rückvergütungen auslösen.










