Heute kennt kaum noch jemand die Bezeichnung Formosa, die der heutigen Insel Taiwan von der portugiesischen Seefahrern gegeben wurde, als sie sie 1583 entdeckten. Vier Jahrzehnte später erreichten auch die Niederländer und Spanier die Insel vor der chinesischen Küste. Sehr schnell erkannten sie, dass der Formosa Tee eine heilsame Wirkung auf das menschliche Gemüt hat.
Obwohl der Formosa Spuren von Koffein enthält, wirkt er beruhigend und entspannend. Diese Wirkung zeigt sich auch noch, wenn der Tee mehrfach überbrüht wird. Daraus hat sich in China eine Tradition von drei Aufgüssen mit unterschiedlichen Bedeutungen entwickelt. Man stellte nämlich fest, dass dieser beim ersten Aufguss einen besonders intensiven Geruch und beim zweiten Aufguss einen exzellenten Geschmack entwickelt. Dem dritten Aufguss sagt die Legende nach, dass er eine lange Freundschaft fördern soll.
Ähnliche Wirkung zeigt auch der Oolong Tee. Olong Tee gibt es sowohl vom chinesischen Festland als auch von der Insel Formosa. Einer Legende nach soll die Art der Verarbeitung einem Zufall zu verdanken sein. Die Teeblätter werden gepflückt und anschließend in der Sonne liegen gelassen. Die wärmende Strahlung der Sonne sorgt dafür, dass die grün geernteten Teeblätter oxidieren und schwarz werden. Doch man lässt diesen Vorgang nicht ganz zum Abschluss kommen. Deshalb finden sich in Olong Tee sowohl grüne als auch schwarze Bestandteile. Das wiederum führt dazu, dass der Olong Tee einen Mittelwert beim Koffeingehalt einnimmt. Dieser liegt höher, als das bei grünem Tee der Fall ist, ist aber niedriger, als man das von schwarzem Tee her kennt.
Traditionell stammt der Olong Tee aus China, aber auch der Formosa Tee wird zu den Olong Sorten gerechnet. Man sagt ihm sogar nach, dass er der beste Olong Tee sein soll. Inzwischen wird diese Teeart auch in anderen Ländern der Welt angebaut. Dazu gehören neben Thailand und Indien auch Malaysia, Vietnam, Malawi und sogar Kenia.

