Mai 17
Geschlossene Fonds
Geschlossene Fonds sind Finanzprodukte, die in nur ein Projekt einer Gesellschaft investieren. Es gibt sie in verschiedenen Bereichen. Am bekanntesten sind wohl geschlossene Immobilienfonds, die zum Beispiel ein Einkaufszentrum oder aber einen Büroturm in einer Großstadt finanzieren. Die Erträge des Fonds werden hier aus den gezahlten Mieten abzüglich der Verwaltungskosten und eventuell Kosten für Finanzierungen erzielt.
Aber auch andere geschlossene Fonds erfreuen sich großer Beliebtheit. So gibt es neben Schiffs- auch Containerfonds sowie Medienfonds. Schiffsfonds investieren hier in ein Kreuzfahrt- oder Containerschiff, welches vermietet wird. Auch hier fließen die Erträge in erster Linie aus Mieteinnahmen.
Geschlossene Fonds waren vor allem in der Vergangenheit wegen ihrer Steuervorteile beliebt. So erzielten die Fonds oft hohe Anfangsverluste, die steuerlich geltend gemacht werden konnten. Heute hat der Staat diese Steuerschlupflöcher weitgehend geschlossen, doch noch immer gibt es gewisse steuerliche Vorteile. So werden die Erträge bei Schiffsfonds nur mit der so genannten Tonnagesteuer pauschal versteuert.
Anleger, die in geschlossene Fonds investieren, werden gleichzeitig Teilhaber der Fondsgesellschaft. Diese wird meist in Form einer GmbH & Co. KG eröffnet, der Anleger wird also Kommanditist. Dies hat zur Folge, das Erträge steuerlich als Einnahmen aus Gewerbebetrieb gelten, weiterhin nimmt der Anleger sowohl am Gewinn wie auch am Verlust der Gesellschaft teil. Wurde die Fondsgesellschaft als GbR eröffnet, kann sogar eine Nachschusspflicht vereinbart werden, sollten Verluste erwirtschaftet werden.
Meist ist dies jedoch nicht der Fall. Trotzdem ist der Totalverlust der Anlage möglich, wenn ein Projekt nicht den erwarteten Gewinn erwirtschaftet und Verlust erzielt.
Um eine Anlage beurteilen zu können, sollten Kunden den Verkaufsprospekt sorgfältig lesen und Objekte und Gesellschaften einem Test unterziehen.
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Autor: Jörg Thomasberger










