Ein Tennisschläger ist ein hochkomplexes Sportgerät, dessen Auswahl eine gewisse Zeit und Vorbereitung beansprucht. Eine adäquate Beratung im Fachgeschäft ist dabei genau so unerlässlich, wie die Identifizierung der eigenen Stärken und Schwächen. Ballkontrolle, Beschleunigungsfähigkeit und Armschonung sind jene drei Kriterien, nach denen ein Schläger ausgewählt werden sollte. Da es kein Modell gibt, das alle drei Kriterien in gleichem Maße abdeckt, scheint die Auswahl häufig kaum zu schaffen. Ein paar Merksätze reichen jedoch schon, um gut vorbereitet zum Racketkauf zu schreiten.
Die Schläger divergieren in Kopfgröße, Gewicht, Saitenbild, Rahmenhärte, Schlägerbalance und Schlägerlänge. Ist etwa ein Rahmen besonders hart, wird der so genannte Sweetspot, also die Trefferfläche, größer. Die Ballbeschleunigung nimmt dabei zu, während sich die Ballkontrolle verringert. Ein weicher Rahmen ist in der Regel schwerer. Bei der Schlägerbalance ist etwa zu beachten, dass bei einem grifflastigen Racket der Gewichtsmittelpunkt näher an der Schlaghand und der Schläger ist somit vom Spieler einfach zu kontrollieren. Dafür erzeugt der kopflastige Schläger durch die höheren Fliehkräfte bei der Schwungbewegung mehr Power.
Jeder Tennisspieler sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass die Saite etwa 80 Prozent der Spieleigenschaften eines Tennisschlägers ausmacht. Nicht der Rahmen und der Griff sind entscheidend, sondern die Federungseigenschaft der Bespannung, prägnant ausgedrückt also die Elastizität. Da die Tennissaite den unmittelbaren Ballkontakt hat, ist auch der technisch aufwendigste Schläger in seinen Spieleigenschaften wesentlich von der Bespannung abhängig. Deshalb lassen sich Spitzenspieler wie Rafael Nadal oder Justine Henin die Schläger von ihrem eigenen mitreisenden Experten am Tag des Einsatzes bespannen. Schläger und Bespannung müssen sich also ergänzen.
Aug 20

