Feb 23

Luftwechsel im luftdichten Passivhaus

Tag: Energiesparen, Strom / Gas / Energie
23. Februar 2008 um 19:31 Uhr

Von diversen Hausherstellern und Baufirmen werden immer öfter die Passiv- und Niedrigenergiehäuser angeboten. Im Zeitalter der hohen Energiepreise ist es mit Sicherheit überlegenswert, solche energiesparenden Gebäude beispielsweise als Einfamilienhaus errichten zu lassen. Trotzdem können natürlich mit einem Gas- und Stromkosten Vergleich auch die eigenen Betriebskosten nochmals gesenkt werden. Neben dem Vorteil des geringen Energieverbrauchs vor allem bei der Heizung gibt es aber auch einen Nachteil, der sich aus der luftdichten Bauweise dieser Gebäudearten ergibt. Der natürliche Luftwechsel über Fugen und Ritzen von Außenwänden und Fenstern wie bei herkömmlichen Gebäuden fällt fast vollständig weg. Daher muss durch zusätzliche Maßnahmen für eine regelmäßige und ausreichende Raumlüftung gesorgt werden, da eine einfache manuelle Fensterlüftung im Winter zu zuviel Wärmeverlusten führen würde. Die Lösung kann eine mechanische kombinierte Lüftungsanlage mit Zuluft und Abluft sein. Mit ihr kann eine Kontrollierte Wohnungslüftung durchgeführt werden, bei der man über Wärmerückgewinnung eine energetisch nahezu optimale Anlagenfahrweise erhalten kann. Über einen Wärmetauscher, der von der abströmenden Fortluft und der zuströmenden Außenluft in getrennten Leitungen durchströmt wird, kann die Wärme aus der Fortluft an die frische kalte Außenluft abgegeben werden. Somit spart man ungefähr 70 Prozent an Heizenergie für die Aufheizung der Zuluft ein, was auch mit ein Passivhaus ausmacht.
Warum eine kontrollierte Wohnungslüftung? Durch die Atemluft von Personen in einer Wohnung sowie durch kochen in der Küche und waschen im Bad entsteht zusätzliche Luftfeuchtigkeit. Diese wird in gewöhnlichen Wohnungen teilweise schon durch den natürlichen Luftwechsel über Fugen und Ritzen beispielsweise an Außenfenstern und Türen gegen Frischluft ausgetauscht. Das mehrmalige manuelle Lüften über das Fenster transportiert dann den Rest der Raumfeuchte einer Wohnung ins Freie. Dies ist so beim Passivhaus nicht möglich, da es sonst zu zu großen Wärmeverlusten kommt. Daher ist dann die Gefahr, das die in den Wohnräumen verbleibende feuchte Luft an den kühleren Innenseiten der Außenwände abkühlt und dabei Feuchtigkeit auf die Wandoberfläche abgibt. Diese Feuchtigkeit ist dann eine ideale Grundlage für die Bildung von Schimmel an den Innenwänden.

Lutz Oschmann

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