Jan 25

Mehr als 45 Millionen Amerikaner sind ohne Krankenversicherung

Tag: Versicherung
Torsten Maue (torsten.maue[at]gmail.com) @ 25. Januar 2010 um 14:39 Uhr

Eine gesetzliche Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in den USA nicht. Während jeder Deutsche, dessen Jahreseinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 49950 Euro liegt, sich automatisch pflichtversichern muss, ist der Abschluss einer Krankenversicherung in den Vereinigten Staaten jedem freigestellt. Das hat zur Folge, dass 45,7 Millionen Amerikaner nicht krankenversichert sind. Verantwortlich dafür sind vor allem drei Gründe.
Zum einen haben viele einfach nicht das Geld, um die Beiträge zur Krankenversicherung zahlen zu können, sind aber zu reich, um sich über das Gesundheitsfürsorgeprogramm Medicaid, dass nur für die Ärmsten der Armen einspringt, absichern zu können. Zu dieser Gruppe zählen 56 Prozent der Nichtversicherten. Dass sie sich die Krankenversicherung nicht leisten können, liegt auch daran, dass das amerikanische System weltweit das teuerste ist. Durchschnittlich muss doppelt so viel gezahlt werden wie in Deutschland.
Der zweite Grund sind Vorerkrankungen. Da es keine gesetzlich geregelte Versicherungspflicht gibt, ist es den Krankenversicherungen auch möglich, den Schutz abzulehnen, wenn sie davon ausgehen, dass die Kosten die Einnahmen deutlich übersteigen. Neben Krankheiten können auch berufs- oder hobbybedingte Risiken ein Ablehnungsgrund sein.
Drittens sind viele nicht versichert, weil sie Geld sparen wollen. Sie sind entweder der Meinung, dass sie ein ausreichendes Einkommen haben, um die Kosten im Ernstfall selbst tragen zu können oder vertrauen der Notversorgung über EMTALA. Das Programm regelt, dass Patienten in lebensbedrohlichen Situationen auch dann behandelt werden müssen, wenn sie die Rechnung wahrscheinlich nicht bezahlen können.
Unversicherte haben im Gegensatz zu Krankenkassen keine Möglichkeit, Druck auf Ärzte auszuüben. Dementsprechend können sie kaum über Behandlungspreise verhandeln und bezahlen für Leistungen durchschnittlich zweieinhalb Mal so viel wie Versicherte.

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