Fast hätte es geklappt. In der Schweiz hatte eine Frau rund 430000 Franken aus der Lebensversicherung und anderen Versicherungen ihres Mannes bekommen. Die Sache hatte allerdings einen Haken. Ihr Mann ist nie gestorben. Sein Autounfall in Albanien, die Sterbeurkunde, die Bescheinigung des Krankenhauses – alles war gefälscht. Die Frau und ihr scheintoter Mann wurden zu Haftstrafen verurteilt. Ihr Fall ist dabei nur einer von vielen.
Lebensversicherungen bringen den Hinterbliebenen im Todesfall des Versicherten jede Menge Geld. Und Geldgier ist nicht selten der Grund für kriminelle Handlungen.
So war es auch bei John Darwin und seiner Frau. Das Paar war hoch verschuldet. 2002 kehrte Darwin nicht mehr von einem Kanu-Ausflug zurück. Fünf Jahre lang war er wie vom Erdboden verschluckt, seine Frau kassierte in der Zeit 250000 Pfund von der Versicherung.
Im Fall der beiden war es nicht nur Geldgier, die zum Versicherungsbetrug führte, sondern auch die Verzweiflung aufgrund der hohen Schulden. Dabei gibt es immer Möglichkeiten, an Geld zu kommen –gerade, wenn man eine Lebensversicherung besitzt. So kann man die Lebensversicherung beleihen. Dabei wird ein Teil des Geldes, das man zum Ende der Versicherungsdauer bekommen würde, im Voraus als Darlehen ausgezahlt. Allerdings kann man nur Lebensversicherung beleihen, die einen Sparanteil haben. Alternativ kann man seine Lebensversicherung verkaufen. Es gibt einen großen Markt, auf dem man Lebensversicherungen verkaufen kann.
Ein Versicherungsbetrug ist also überhaupt nicht nötig. Zumal es schwer ist, als Toter weiterzuleben. Der Fall von John Darwin zum Beispiel ist nur herausgekommen, weil er nicht mehr ohne seine Söhne leben wollte und sich deswegen als vermisste Person bei der Polizei gemeldet hatte.
Jul 09

