Der Gebrauch der Sprache ist eine besondere Eigenart und Fähigkeit des Menschen. Die Entwicklung des Denkens steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Sprache. Das ist unbedingt notwendig, um dem Menschen das Hineinwachsen in die menschliche Gemeinschaft und ihre geistige Welt zu ermöglichen. Das Baby kann noch nicht sprechen und seine lautliche Verständigung mit der Mutter gleicht zunächst mehr der des Tieres. Das Schreien ist das erste angeborene Hilfsmittel des Säuglings. In den ersten Lebenswochen schreit das Baby unbewusst, später wenn es geistig zunehmend reifer wird, schreit es mit einer gewissen Absicht. Das ist eine Kundgabefunktion und bedeutet, dass das Baby der Mutter seine innere Stimmung zu verstehen gibt. Wenn das Kind etwa sieben bis acht Monate alt ist, entwickelt es ein gewisses Verständnis für die Mutter. Das Baby spürt die Stimmung der Mutter und ahnt, was sie mit ihm machen möchte, zum Beispiel baden oder füttern. Dieses Verständnis ist eine gewisse Vorstufe zum Sprachverständnis und zum Sprechen. Auch das Lallen und das Schreien sind Vorstufen des Sprechens. Gegen Ende des ersten Lebensjahres, kann das Kind einzelne Lautverbindungen sagen. Diese ahmt es nach und kann es allmählich bestimmten Dingen zuordnen. „Mama“ bedeutet meist menschliche Nähe, Zufriedenheit, Freude, aber auch der Wunsch nach Hilfe. Das „Dada“ kann alles bedeuten, was das Kind haben will, entweder den Ball, das Essen, die Mutter oder das Licht. Im Verlauf des zweiten Lebensjahres macht die Sprachentwicklung große Fortschritte. Es lernt in raschen Folge die Dinge und Personen seiner Umgebung benennen. „Papa“ für Vater, „heia“ für schlafen, „eiei“ für lieb haben. Im dritten Lebensjahr übernimmt das Baby dann die Sprache der Erwachsenen und im vierten Lebensjahr ist die reine Sprachentwicklung abgeschlossen. In den folgenden Jahren wird die Sprache verfeinert. Auf psychologisches stottern sollten die Eltern nicht eingehen. Denn wenn sie das Kind darauf aufmerksam machen oder verbessern oder sogar ermahnen, kann dieses an sich harmloses Stottern zu einer echten Sprachentwicklungsstörung führen.

