Jan 13
Zeitwertkonten erfassen die Arbeitszeit
Zeitwertkonten sind Konten, die sich nicht auf Geld, sondern auf Arbeitszeit beziehen. Der Mitarbeiter erarbeitet i. d. R. Zeit, die über seine normale Arbeitszeit hinausgeht. Diese wird in den Zeitwertkonten gesammelt und kann in Abstimmung mit der Firma abgerufen werden. Meist werden diese Zeitwertkonten in einem bestimmten Rahmen definiert, beispielsweise kann ein Spielraum von plus 100 bis minus 50 Arbeitsstunden vereinbart werden. Läuft der Arbeitnehmer Gefahr, die minus 50 Arbeitsstunden aufgrund zu großem Freizeitausgleich zu unterschreiten, so muss meist mit Urlaubstagen ausgeglichen werden. Wenn die Zeitwertkonten im Plus überschritten werden, beispielsweise aufgrund extremen Arbeitsaufkommens, so kann ggf. eine Umwandlung in entsprechendes Entgelt vereinbart werden. Die Zeitwertkonten dienen einer flexibleren Arbeitszeiteinteilung und nützen sowohl dem Arbeitnehmer als auch dem Arbeitgeber. Manche Zeitwertkonten erstrecken sich über sehr lange Zeiträume, so dass mit ihnen Arbeitszeit angesammelt werden kann, um früher in Rente zu gehen. Die meisten Zeitwertkonten sind aber eher Arbeitszeitkonten bzw. Gleitzeitkonten, die meist binnen Jahresfrist wieder in dem vorab vereinbarten Rahmen liegen müssen. Scharfe begriffliche Trennungen sind hier nicht möglich, denn es gibt firmenabhängig die unterschiedlichsten Varianten, wie beispielsweise auch Flexi-, Langzeit- oder Lebensarbeitszeitkonten. Generell profitieren aber nicht nur die Arbeitgeber sondern auch die Arbeitnehmer von solchen Zeitwertkonten, denn so lässt sich ggf. der Urlaub verlängern oder bei plötzlichem Bedarf ohne verbliebene Urlaubstage die fehlende Arbeitszeit problemlos ausgleichen. Für Arbeitgeber eignen sich Zeitwertkonten perfekt dafür, auftragsschwache Zeiten zu überbrücken. Die Arbeitnehmer werden dann von der Firma angewiesen, einen gewissen Freizeitausgleich in einem bestimmten Zeitraum einzulösen, um in der auftragsstärkeren Zeit ggf. wieder Überstunden auf den Zeitwertkonten anzusammeln. So erhalten beide Seiten sehr flexible Möglichkeiten, die zur Verfügung stehende Arbeitszeit zu steuern und zu beiderseitigem Nutzen einzusetzen. Seit einiger Zeit hat sich immer mehr durchgesetzt, die Führung der Zeitwertkonten nicht in Zeit bzw. Stunden, sondern wie ein Bankkonto in Geld durchzuführen, welches gelegentlich sogar verzinst wird.
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